25 Jahre news aktuell: Wie damals alles begann …

25 Jahre news aktuell

news aktuell feiert in diesem Jahr Jubiläum! Wir werden nämlich 25 Jahre alt! Am 03. August 1989 erblickte news aktuell das Licht der Welt. Gründer Carl-Eduard Meyer machte damals seine ersten Schritte in eine unsichere Zukunft. Meyers Idee: Für Unternehmen und Organisationen Pressemitteilungen verschicken und ihnen damit das Leben leichter machen. Heute ist news aktuell eine erfolgreiche Tochter der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die gut 1oo Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Mit OTS hat news aktuell einen überall anerkannten Standard geschaffen. Und mit ZIMPEL gehört mittlerweile ein weiteres Original zu uns. In den nächsten Monaten möchte ich Sie anlässlich unseres Jubiläums-Jahres in mehreren Blogbeiträgen mitnehmen auf eine kleine Zeitreise durch unsere Vergangenheit. Starten wir einfach mal im August 1989 …

Im August vor 25 Jahren war die Welt noch eine andere. Die DDR dümpelte ihrem Ende entgegen, George Bush (der Ältere) regierte in Washington, wir alle bezahlten mit der guten alten D-Mark und vom Internet hatte sowieso noch niemand was gehört. Die gute Alte Zeit also.

Und damit genau richtig, um eine revolutionären Idee zu starten. Blicken wir nochmal zurück: Journalismus fand 1989 ausschließlich in Papierform statt (lassen wir TV und Radio mal außen vor). Die einzigen, die eine Information digital in Echtzeit von A nach B schicken konnten, waren die Nachrichtenagenturen. Mittelalter sozusagen aus heutiger Perspektive.

Seit den frühen Achtziger Jahren arbeitete news-aktuell-Gründer Carl-Eduard

 Gründer von news aktuell: Carl-Eduard Meyer um 1990 und heute
Gründer von news aktuell: Carl-Eduard Meyer um 1990 und heute

Meyer für die Vertriebsabteilung der Nachrichtenagentur Reuters. Meyer wusste also aus erster Hand, wie schwierig und langsam damals alles vonstatten ging, wenn Unternehmen und Organisationen mit den Medien kommunizieren wollten. Um die eigene Reichweite zu erhöhen, hatte Reuters damals zusätzliche Satelliten-Sendezeit beim SID (Sport-Informations-Dienst) eingekauft. Meyer beobachtete, dass sich auch der Deutsche Gewerkschaftsbund dort Sendezeit besorgt hatte, um mit seinen Botschaften die richtigen Empfänger zu erreichen.

Die Geschäftsidee war damit geboren: Warum sollen einige wenige Unternehmen viel Geld für Satelliten-Sendezeit ausgeben, wenn es einen Makler geben könnte, der den Versand vergleichsweise kostengünstig übernimmt?

Auf geht’s, dachte sich Meyer und mietete sich in ein kleines Büro in der schmuddeligen Spaldingstraße gleich hinterm Hamburger Hauptbahnhof ein. Er ließ die notwendigsten Kabel, Telefone und Rechner installieren und legte einfach los. Meyer war niemand, der lange zögerte. Erster Kunde war der Heinrich Bauer Verlag (Heute Bauer Media Group). Meyer hatte schon seit längerem gute Kontakte zur Pressestelle des Verlags, die er nun aktivierte. Damals erschienen bei Bauer Zeitschriften wie Quick, Wiener, Esquire und der Playboy. Kurz darauf gingen die ersten Vorabmeldungen (Damals: „Klappermeldungen“) auf den Draht.

Aber wie genau lief damals das Geschäft, das wir heute OTS nennen und das täglich hunderte von Pressemitteilungen verteilt, in den ersten Tagen ab? Ganz einfach: Per Diskette und Modem wurden die Bauer-Vorabmeldungen von news aktuell an den SID geschickt. Grauenhafte piepsende Geräusche aus der Telefonleitung inklusive. Der SID wiederum verteilte dann die Texte via Satellit an die angeschlossenen Medien weiter.

SID-Verbreitung 1989
„Agentur-Schiene“: Angebot Satellitenverbreitung um 1990 via SID (Sport-Informations-Dienst).

Auftraggeber der ersten Stunde war Quick-Chefredakteur Richard Mahkorn, der später als Kommunikationschef zu RTL wechselte. Mahkorn war es auch, der Anfang der Neunziger den Namen „Streumeyer“ erfand. Ein Name, den viele in der Branche auch heute noch kennen – und auf den Meyer auch ein wenig stolz ist. Die Marke „OTS“ gab es allerdings 1989 noch nicht. Die Ersten OTS-Meldungen gingen damals noch mit der Kennung „NEW“ auf Sendung. (Mehr als drei Buchstaben waren nicht erlaubt!)

Bereits in den ersten Wochen und Monaten nach der Gründung ging es mit news aktuell aufwärts. Meyers Geschäftsidee funktionierte. Als zweiter Kunde kam Gruner+Jahr hinzu, kurz darauf auch Greenpeace. Das erstaunliche daran: Zusammen mit Bauer gehören alle drei Firmen noch heute zu den Top-Kunden von news aktuell. Schon damals war Meyers Lebens-Motto eine wesentliche Antriebskraft für seinen Erfolg: „Nothing happens until somebody sells something!“ Noch heute steht ein Schild mit dieser Aufschrift in Meyers Büro am Mittelweg.

Kunde der ersten Stunde: Richard Mahkorn, Chefredakteur der Zeitschrift „Quick“ (Foto: dpa)
Kunde der ersten Stunde: Richard Mahkorn, Chefredakteur der Zeitschrift „Quick“ (Foto: dpa)

Auch im personellen Bereich setzte schnell das Wachstum ein. Eine Mitarbeiterin der ersten Stunde war Caren Siebold, die als PR-Assistentin eingestellt wurde. Caren Siebold ist noch heute bei news aktuell. Nach zwei Babypausen und zahlreichen verschiedenen Aufgaben ist Caren Siebold heute Projektmanagerin der Geschäftsleitung und hat entscheidenden Anteil an der Integration der Firma Zimpel in die dpa-Gruppe. Außerdem starteten kurz hintereinander Susanne Alm-Hanke (heute in der Unternehmenskommunikation tätig), Michael Voss (heute Leiter Finanz- und Rechnungswesen) und Sven Wrage (heute Leiter IT) ihren Dienst bei news aktuell. Auch diese Drei sind noch immer im Unternehmen und verantworten heute ihre eigenen Bereiche.

Und nicht zu vergessen: Frank Stadthoewer, heute zusammen mit Meyer Geschäftsführer von news aktuell, machte Anfang der Neunziger Jahre Bekanntschaft mit der kleinen Firma hinterm Hauptbahnhof. Stadthoewer suchte damals für sein Studium der Kulturwissenschaften einen Praktikumsplatz bei einem Medienunternehmen und wollte eigentlich nur für ein paar Wochen bei Meyer anheuern. Aus ein paar Wochen sind mittlerweile 20 Jahre geworden, in denen Stadthoewer gemeinsam mit Meyer den Erfolg von news aktuell wesentlich prägte.

Aber warum sind viele Leute so lange geblieben? Ganz einfach: Mit Spaß, Innovationsfreude und Gestaltungsspielraum schaffte es Meyer, viele Mitarbeiter fest an das Unternehmen zu binden. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für news aktuell – und nicht unbedingt typisch für die kurzlebige Medien- und PR-Branche.

Aber wie ging es weiter in den ersten Jahren nach der Gründung von news aktuell? Meyer feilte weiter am Produktportfolio seiner Firma. Faxtechnologie war damals der große Renner. Allerdings war es damals mit analoger Technik eine höchst ungeliebte Aufgabe, Verteiler von nur knapp 100 Adressen schnell und sauber zu bedienen. Fast immer ging irgendetwas zwischen endlosen Warteschlangen und Besetztzeichen schief. Die Wutausbrüche und Frustanfälle in den Kommunikationsabteilungen müssen legendär gewesen sein.

Also dachte Meyer, es müsste doch für Pressesprecher und deren Mitarbeiter ein wunderbarer Service sein, wenn jemand anderes die undankbaren Faxaussendungen übernimmt. Die Programme Page Maker und Omni Page wurden gekauft, die so genannten Faxkarten eingerichtet und los ging’s. Meyer war immer ein Macher. Fehler und Lernen gehörten bei ihm dazu. Lange Konzepte zu schreiben, war nie Meyers Methode. Und der Erfolg gab ihm Recht.

TV-Hotline von news aktuell
Signet der TV-Hotline von news aktuell: Täglich wurden die Tonbänder frisch besprochen.

Eine weitere Produktneuheit war die so genannte „TV-Hotline“. Kunde war wiederum der Heinrich Bauer Verlag. Denken Sie daran: Alles, was es gab, war damals Print. Es gab keine praktischen TV-Programm-Apps wie heute, die permanent die aktuellen Sendezeiten zeigen. Wenn Boris Becker mal wieder das Halbfinale erreichte und ARD oder ZDF spontan das Programm umschmeissen mussten, dann war es eine riesige Herausforderung, die Masse der TV-Konsumenten davon zu unterrichten.

Ein Mal pro Tag besprach Meyer also mit seinem Team ein Tonband mit den aktuellen TV-Änderungen. Über eine kostenpflichtige Telefonnummer konnten die Zuschauer sich dann die kurzfristigen Programmänderungen vorlesen lassen. Die Telefonnumer wurde über den Programmspalten der TV-Zeitschriften abgedruckt. Man mag’s heute kaum glauben: Aber es funktionierte! Und sogar dann, wenn Meyer nach Feierabend gezwungen war, das Kinderzimmer seines Sohnes für die Aufnahme zu nutzen. Der einzige Ort im Haus, wo es genug Ruhe dafür gab.

Spaldingstraße, Hamburg
Die Keimzelle von news aktuell: Hamburg, Spaldingstraße, gleich hinterm Hauptbahnhof. (Büroräume vorne rechts; Bild: Google Street View)

news aktuell wuchs und gedieh Anfang der Neunziger. Im ersten vollen Geschäftsjahr 1990 freute sich Meyer bereits über eine knappe Viertelmillion D-Mark Umsatz. Trotzdem musste der frisch gebackene Unternehmer auch Rückschläge einstecken. Seine größte Krise: Das völlig überraschende Ende der Quick. Über Nacht verlor Meyer seinen besten Umsatzbringer. Extrem bitter, aber nicht das Aus für die junge Firma. Meyer schaffte schließlich den Turnaround und nach einigen Jahren weckte der stetig wachsende Erfolg von news aktuell auch das Interesse größerer Player. Die Nachrichtenagentur dpa erschien auf der Bildfläche…

Im nächsten Beitrag erfahren Sie, wie es in der Frühzeit unserer Firma weiter ging. Was plante dpa? Wie liefen die ersten Jahre am Mittelweg? Welche neuen Produkte und Ideen entwickelte Streumeyer mit seinem Team? Bleiben Sie dran!

Kommentare (4)

  1. Ja klasse

  2. Hi,

    zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an Euer starkes Team.

    Ich erinnere mich noch mit Freude an meine erste Begegnung mit „Streumeyer“ auf dem PR-Tag in Hamburg, wo er seine Dienste vorstellte. Ich glaube, viele der Zuhörer haben damals die kommende Dimension dieser Innovation noch gar nicht verstanden. Ok der Spiegel hatte es und brachte eine kleine kritische Story zur „PR im Newsstream“. Aber das tat der Entwicklung keinen Abbruch.

    Aus den Händen von Carl Eduard Meyer haben wir später auch unseren allerersten PR-Award entgegen genommen. Das war großes Kino für uns damals. Auch die vielen Fischessen im Rahmen der später folgenden Jury-Sitzungen mit Sebastian Vesper haben einen bleibenden Eindruck von gutem Stil hinterlassen, den man im Hause Newsaktuell pflegt.

    Als nun wirklich jahrezehntelanger Beobachter Eurer Entwicklung und nach vielen Gesprächen über all die Jahre bleibt mir für heute nur nochmals mein Kompliment für die unternehmerische Leistung von EDU und den guten Job seiner Nachfolger, wie auch des gesamten Teams, auszusprechen. Ich bin gespannt auf die kommenden Innovationen aus Eurem Haus.

    Ich gespannt auf die nächsten Folgen.

    Mit besten Grüßen Stephan Fink

    PS: Wir hatten Eure Gründung übrigens auch in unserer 25-Jahre-Chronik erwähnt http://www.ffpr.de/newsroom/1989/12/31/1989-die-mauer-fallt/ (falls keine Links erlaubt – bitte einfach löschen)

    1. Lieber Herr Fink,

      wow, das tut gut! Danke für die Blumen!

      Ich hoffe inständig, dass Sie bei unserer großen Jubi-Party im August dabei sein können. Details folgen in Kürze auf dem Postweg.

      Herzlich, Jens Petersen

  3. Glückwunsch auch von mir zu 25 Jahren na!

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