PR-Fotografie: „Der Betrachter bleibt daran hängen“

Robert Bösch ist Fotograf, Künstler und Bergführer. Seit mehr als 30 Jahren ist er Profi in der Outdoor- und Actionfotografie. Neben seiner Arbeit für Magazine (u.a. Stern, Geo, National Geografic Adventure, Spiegel, Schweizer Illustrierte) wird er auch von vielen Unternehmen aus Industrie und Werbung gebucht. Für den Outdoor-Ausrüster Mammut gewann der Autor zahlreicher Bildbände den PR-Bild-Award 2013 und 2015. www.robertboesch.ch
Robert Bösch ist Fotograf, Künstler, Bergführer und Ambassador von Nikon. Seit mehr als 30 Jahren ist er Profi in der Outdoor- und Actionfotografie. Für den Outdoor-Ausrüster Mammut gewann der Autor zahlreicher Bildbände den PR-Bild-Award 2013 und 2015.

Seine Bilder sind Events: Er bringt das Matterhorn zum Leuchten und verwandelt eine Felsspitze in einen Kaktus. Seit einigen Jahren setzt der Schweizer Fotograf und Bergführer Robert Bösch für den Outdoor-Ausrüster Mammut die spektakuläre Kampagnen Idee der Agentur erdmannpeisker in Szene. Und gewinnt dafür bereits zum zweiten Mal den PR-Bild Award. Im Interview mit TREIBSTOFF erzählt er von seinen beeindruckenden Shootings und dem schmalen Grat zwischen Schaffen und Scheitern. Das Außergewöhnliche an der Mammut Kampagne: Bei den Aktionen kommen immer echte Menschen an echten Schauplätzen zum Einsatz.

Mit Ihrem Foto „Matterhorn Key Visual“ hat Mammut den PR-Bild Award 2015 für die Schweiz gewonnen. Worin lag bei dieser Produktion die größte Herausforderung?

Einerseits gab es die Vorbereitungsphase: die Koordination mit den Zermatter Bergführern, den besten Kamerastandort finden, Testaufnahmen, um Kamera-Belichtung und Leuchtkraft der Lampen zu testen. Das war sehr aufwändig, aber gleichzeitig auch nicht sehr stressig, da man Zeit hatte. Beim Shooting war das sehr anders. Das Wetter war der große Stressfaktor. Alles war auf dieses Datum geplant und der Wetterbericht war der schlimmstmögliche: zu gut, um abzusagen und zu schlecht, um ein gutes Gefühl zu haben. Und es wurde knapp, extrem knapp. Meist war die Sicht auf den Berg durch Wolken verdeckt. Aber als es dann klappte, waren die paar Wolkenfetzen, die das Licht der Lampen reflektieren, bildentscheidend. Bei perfektem Wetter hätte ich viel Nerven gespart, aber das Bild wäre nie so spannend geworden.

Die Erstbesteigung des Matterhorn jährt sich heuer zum 150. Mal. Anlässlich des Jubiläums zeichnete Bösch zusammen mit Bergführern aus Zermatt in einer Lichterkette die Route über den Hörnligrat nach. Die Mitarbeiter von Mammut bildeten mit ihren Stirnlampen dabei einen Grossteil der Kette. Mit diesem Bild von Robert Bösch gewann Mammut den diesjährigen PR-Bild Award für die Schweiz.

 

Welcher Auftrag war für Sie bisher der Schwierigste?

Eigentlich immer der Auftrag, an dem ich gerade arbeite. Bezogen auf die Mammut Kampagne gibt es keine klare Antwort. Kein Bild war einfach. Jedes hatte seine Tücken und bei den meisten Motiven gab es irgendwann den Punkt, wo ich glaubte, es könnte auch in die Hosen gehen. Die Bilder sind Teamwork: Werbeagentur erdmannpeisker, Mammut-Leute, Bergführer, Statisten, Athleten und Fotograf – alle sind gefordert, aber bei jedem Motiv auch unterschiedlich. Aus meiner Sicht war der „Kaktus“ eines der anspruchsvollsten Motive.

Für das „Kaktus-Foto“ stiegen 28 Bergsteiger im Schweizer Bergell auf den 50 Meter hohen Ago del Torrone – auch bekannt als die Nadel der Kleopatra. Sie seilten sich dazu an der fast senkrechten Felswand ab und stellten sich waagrecht zur Wand: Die Inszenierung verwandelte die Felsnadel in einen Kaktus – zumindest für den Moment des Bildes. Mit diesem Foto von Robert Bösch gewann Mammut den PR-Bild Award 2013. Mammut Keyvisual, Cleopatra, Alpencactus, Ago del Torrone, Bergell, Engadine, Switzerland, photo produced for an ad campaign for Mammut

 

Welches Ihrer Bilder hat die größte öffentliche Aufmerksamkeit erzielt?

Ich glaube die Stärke der Mammut-Kampagne ist, dass es nicht ein einzelnes Motiv ist, das alle anderen in den Schatten stellt. Natürlich gibt es Motive, die wohl stärker wahrgenommen wurden. Das hängt aber auch von den Schaltungen ab. Aber die Stärke der Kampagne ist ganz klar ihre Kontinuität.

Was macht ein gutes PR-Bild Ihrer Meinung nach aus?

Genau das, was ein gutes Bild überhaupt ausmacht: Der Betrachter bleibt daran hängen.

Welche Fehler sollten Fotografen bei der Bild-PR vermeiden?

Da fällt mir nichts Gescheites ein (ich bin auch kein Lehrmeister). Außer, was immer gilt: Beim Shooting keine falsche optische Einschätzung und keine Fehler bei der Kameraeinstellung machen. Hört sich banal an, ist aber wegen der Hektik nicht zu unterschätzen.

Welches Ihrer Bilder der Mammut-Kampagne ist Ihr persönliches Lieblingsbild und warum?

Der „Kaktus“ am Ago del Torrone, das „Kamel“ und das „X“ für X-trem in der Eiger Nordwand. Alle waren anspruchsvoll zu realisieren. Und alle sind ein Blickfänger. Der Betrachter bleibt daran hängen. Und jeder fragt sich: Sind die wirklich echt? Sie sind echt.

Für dieses Bild ließ Mammut 25 Bergsteiger auf das „Kleine Kamel“ bei der unteren Bielenlücke im Schweizer Kanton Uri klettern.

 

Am Gipfeleisfeld der Eiger Nordwand im Berner Oberland: Für dieses Bild fomierten Bergsteiger sich zu einem großen X.

 

Kommentare (2)

  1. Hallo zusammen :-)

    Super Artikel, bestimmt cooler Fotograf… nur leider kann man nur das erste Bild im Artikel sehen, die restlichen sind nicht mehr sichtbar!

    LG :-)

    1. Hallo Herr Kohlen,

      Vielen Dank für Ihren Hinweis! Für unsere Fehleranalyser: welchen Browser nutzen Sie?

      Viele Grüße
      Nicola Wohlert

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