Ein heißes Eisen – Adressen in der Kommunikation

Sender und Empfänger. Wenn man jemanden erreichen möchte, braucht man seine Adresse. Jeder braucht sie – privat wie geschäftlich. Eigentlich ganz einfach, sollte man denken. Aber jeder Mensch hat eben auch ein anderes Verständnis davon, was genau eine Adresse alles umfasst und wie man mit ihr umgeht. Für Kommunikationsverantwortliche sind neue Zielgruppen wie Blogger oder Influencer hinzugekommen, die anders arbeiten und ganz neue Anforderungen an Kommunikation haben.

Tatsächlich bleiben gestern wie heute Adressen im Verhältnis von Journalisten und Kommunikationsverantwortlichen eine knifflige Angelegenheit. Während Kommunikationsverantwortliche Journalisten erreichen möchten und ihre Adressen und das Wissen rundherum zusammenhalten, wollen Journalisten und Influencer ihre Kontaktdaten nicht uneingeschränkt verwendet wissen. Ein klassischer Zielkonflikt, an dem sich die Gemüter immer wieder erhitzen.

Aber ist es sinnvoll, dass Unternehmen, Organisationen, Verbände, Stiftungen oder Vereine verstummen und ihre Themen und Anliegen nicht mehr an Journalisten und Influencer adressieren können? Wir glauben nicht. Und sind uns sicher, dass dies auch nicht im Interesse von Journalisten sein kann.

Bei news aktuell sind wir seit 1989 an der Schnittstelle zwischen den Medien und Kommunikationsverantwortlichen tätig. Wir wissen, dass es diesen Zielkonflikt schon immer gegeben hat. Und auch wir haben keine Lösung für diesen Konflikt. Aber mit unseren Dienstleistungen zumindest einige Antworten, um das Verständnis und das Verhältnis beider Seiten etwas besser zu machen. Zumindest ist dies unser Ziel.

zimpel hat bereits vor über 40 Jahren begonnen, sich mit dem Thema Mediendaten zu beschäftigen, diese zu sammeln und im Interesse einer professionellen Kommunikationsarbeit verfügbar zu machen. Unser Ziel ist es auch heute noch, die Medienlandschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz systematisch abzubilden, verständlich und besser greifbar zu machen. So recherchieren wir von Hamburg aus das Who-is-Who der deutschsprachigen Medienlandschaft. Wir erfassen in enger Abstimmung mit den Redaktionen deren Mitglieder, die Themenschwerpunkte und deren Präferenzen. Dazu gehören seit einigen Jahren auch Blogger und Influencer. Die Anwendung ist darauf ausgerichtet, dass sie relevante, passende Informationen erhalten. Zusätzlich erstellen wir werbefreie Medienprofile auf Deutsch und Englisch. Zur besseren Einordnung ergänzen wir darüber hinaus die digitale Präsenz des Mediums um Daten über deren Reichweite.

Unsere Medienrecherche folgt einem Dialogkonzept. Regelmäßig bieten wir an, die Medienprofile anzupassen und nehmen Hinweise zur redaktionellen Arbeitsweise in den Datensatz auf. Wir moderieren aktiv zwischen Journalisten und Kommunikatoren und vermitteln unsere Expertise in beide Richtungen.

Blogs kann man bei uns zwar thematisch recherchieren und über einen Link aufrufen. Aber: man kann nicht ohne Weiteres aus der Anwendung heraus den Blogautoren mit Pressemitteilungen beliefern. Weil wir wissen, dass Blogger ausschließlich den direkten Kontakt bevorzugen, weisen wir in einem Dialogfeld ausdrücklich darauf hin, vor Versand persönlichen Kontakt aufzunehmen. Ob andere Anbieter das ähnlich handhaben, wissen wir nicht.

Es ist uns besonders wichtig gegenüber Journalisten und Influencern deutlich zu machen, warum wir dies tun und mit welchem Zweck. Und trotz aller Bemühungen bleiben Fragen offen. Dies zeigt die harsche Kritik, die aktuell an unserem Vorgehen geäußert wurde. Hier konnten wir offenbar auch in ausführlichen Telefonaten mit einem Kritiker nicht ausreichend deutlich machen, was wir machen, wie wir es machen und warum wir es machen. Dafür entschuldigen wir uns.

Wir erfassen systematisch Adressen und investieren in diese Arbeit. Das was wir tun, machen wir mit einem, wie wir finden, sinnvollen Ziel. Haben Sie Ideen zu Alternativen, die dieses heiße Eisen abkühlen können? Dann laden wir Sie als Geschäftsführer von news aktuell zum Gespräch ein: Edith Stier-Thompson +49 (0)171 3341882, Frank Stadthoewer +49 (0)160 5319179.

 

Kommentare (6)

  1. Interessant: Sie entschuldigen sich also nicht dafür, dass Sie ungefragt persönliche Daten verkaufen, sondern dafür, dass es Ihnen nicht gelungen ist „ausreichend deutlich zu machen“ wie Sie arbeiten. Auf das eigentliche Problem, nämlich den gewerblichen Handel mit illegal erhobenen Daten und Persönlichkeitsprofilen, gehen Die mit keinem Wort ein. Was für eine Hybris!

  2. Unfassbare Antwort. Sie sammeln Daten und verkaufen diese – Juristen sehen das als illegal an. Und dann schieben sie die ganze Schuld auf Ihre Kunden. Muss man auch erstmal drauf kommen.

    Seriosität sieht anders aus – wir raten unseren Kunden explizit vom Kauf und der Verwendung solcher Daten ab.

  3. Besonders ärgerlich aus Zimpel-Kundensicht ist es dann, wenn Journalisten erboste E-Mails schreiben, da man ihnen eine Pressemeldung ungefragt zugesendet hat.

    Man hat als Kunde also eine gewisse Summe für den Kauf eines Verteilers investiert, um anschließend zu hören, dass sich in diesem Verteiler Adressen von Journalisten befinden, die überhaupt kein Interesse an der Zusendung von Pressemeldungen haben.

  4. Ich nutze diese Tools als Recherche-Instrument und bin überzeugt, dass sie zu einer höheren Effizienz der Arbeit auf beiden Seiten führt. Die Absender finden ihre Zielgruppe, die Empfänger erhalten bei ordentlicher Selektion weniger Spam. Dies führt zum Erfolg und ist die Beratungsleistung, von der wir als Agentur leben. Sehr helfen würde es, wenn die rechtliche Lage geklärt wäre. Das fehlt mir auch in der Antwort. Deshalb freue ich mich über die angestoßene Diskussion.

  5. Sehr geehrter Marc von Bandemer, ich kann Ihnen aus meiner eigenen Erfahrung versichern, dass Ihre Annahme, es gäbe eine ordentliche Selektion, leider in der Praxis nicht zutrifft. Streng genommen werden Kunden wie Sie doppelt betrogen.Sie zahlen für Daten, die Sie eigentlich gar nicht nutzen dürfen und die Empfänger reagieren gar nicht mehr auf Presseaussendugen, da sie dermaßen zugefüllt werden, dass sie nur noch auf persönliche Nachrichten ein Augenmerk richten.

  6. Vielleicht sollten Kommunikationsverantwortliche diese Debatte zum Anlass nehmen, mal darüber nachzudenken, ob der Versand von Pressemitteilungen überhaupt noch ein sinnvolles PR-Instrument ist. Pressemitteilungen im Postfach nerven – meistens sind sie völlig irrelevant. Und wenn ein Unternehmen doch mal etwas Interessantes zu sagen hat, erreicht einen das (fast) genauso schnell auch auf anderem, angenehmeren Wege. Meine Erfahrung. Nutzt Twitter und Facebook, statt zu spammen!

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