Chefs vernachlässigen Social-Media-Strategie

Die Geschäftsführung in deutschen Unternehmen kümmert sich nur selten selbst um eine Social-Media-Strategie. Stattdessen überlassen die Chefs das Ruder meistens anderen Abteilungen, allen voran der Unternehmenskommunikation und dem Marketing. Das ergab eine aktuelle Umfrage, die wir zusammen mit unserem Partner Faktenkontor durchgeführt haben. Am Social-Media-Trendmonitor 2016 haben 640 Mitarbeiter aus PR-Agenturen und Pressestellen teilgenommen.

Demnach delegiert die Geschäftsleitung bei weit über der Hälfte der befragten Pressestellen (59 Prozent) die Entwicklung einer Social-Media-Strategie an die Unternehmenskommunikation. Knapp ein Drittel der Umfrageteilnehmer gibt an, dass die Verantwortung für ein Strategiekonzept bei der Marketing-Abteilung liegt. Bei lediglich sechs Prozent der befragten Pressestellen entwickelt die Geschäftsführung selbst die Corporate-Social-Media-Strategie.

Social-Media-Strategie
Wo Social-Media-Strategien entstehen: Nur selten kümmern sich die Chefetagen selbst um die Entwicklung von Corporate-Social-Media-Strategien (sechs Prozent).

 

Zwar meinen 43 Prozent der befragten Mitarbeiter aus Pressestellen, dass ihre Geschäftsführung die Social-Media-Strategie voll und ganz unterstütze. Aber nur 15 Prozent sind genauso stark überzeugt, dass die Geschäftsleitung diese Strategie wirklich stark vorantreibe.

Wenig Rückenwind seitens der Führungsetage führt zu Problemen bei der Umsetzung der Strategie: Ein Viertel der Pressestellen-Mitarbeiter beschwert sich, dass die Personalkapazitäten für Social-Media-Projekte bei ihnen nicht einmal ansatzweise ausgebaut wurden, und 17 Prozent geben an, dass das Budget für die Social-Media-Aktivitäten nicht erhöht wurde.

Fazit: Wenn Chefetagen die Social-Media-Strategie vernachlässigen, bremsen sie einen nachhaltigen Erfolg im Social Web aus. Die Entwicklung einer Strategie sollte also Chefsache sein. Denn: Eine gute Strategie umfasst das gesamte Unternehmen (und nicht nur einzelne Abteilungen). Und außerdem bedarf es für die erfolgreiche Umsetzung genügend Ressourcen – die letztendlich der Chef freigeben muss.

 

Quelle: Social Media-Trendmonitor 2016 – „Social-Media: Kommunikation, Strategie, Ziele“

Datenbasis: 640 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pressestellen und PR-Agenturen

Methode: Online-Befragung, Mehrfachnennungen möglich

Befragungszeitraum: Juli 2016

 

 

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