Kommunikation, an die Arbeit!

Digital Workplace bedeutet mehr als das Aufhübschen von Intranets. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, müssen Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine echte Zusammenarbeit in digitalen Teams und Communities ermöglichen. Damit kehrt Kommunikation zurück in die Arbeit: vernetzt, beteiligt, performant. Von Siegfried Lautenbacher

Digital Workplace
Die Zusammenarbeit von Menschen in Organisationen zu verbessern liegt ihm besonders am Herzen: Siegfried Lautenbacher ist seit über 25 Jahren in der IT-Branche tätig. Zur Jahrtausendwende übernahm er die Geschäftsführung der Beck et al. Services GmbH und berät seitdem Unternehmen rund um die Themen Collaboration, Cloud, Enterprise 2.0 und Social Business. Foto: Peter Boerboom

Der digitale Arbeitsplatz: ein Modewort, das sehr schwammig und in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet wird. Doch die Entscheidung, einen digitalen Arbeitsplatz einzuführen und zu gestalten, ist keine Frage mehr des Ob. Es geht nur noch darum, wie schnell und wie kompetent dies unternehmensweit geschieht.

Wie gestaltet sich nun der digitale Arbeitsplatz? In jedem Fall stellt er mehr dar, als eine unternehmensspezifische Kombination von Technologien. Es geht vielmehr um das funktionierende und einfache Zusammenspiel von Methoden, Kompetenzen und Technologien. Der Digital Workplace ist gegründet auf eine andere Art der Zusammenarbeit. Wenn man so will, gestaltet sich durch ihn ein neuer Geist bezüglich der Art und Weise von Arbeit und der Freiheit, diese Arbeit selbst zu gestalten.

Der Digital Workplace zielt vorrangig nicht auf den einzelnen Mitarbeiter ab, sondern darauf, im Team und über Unternehmensgrenzen hinaus effizient arbeiten zu können. Arbeiten heißt immer auch Zusammenarbeiten. Die Funktionsfähigkeit des Teams zu ermöglichen sowie zu erweitern, erhöht dessen Performanz für das Unternehmen. Wenn der digitale Arbeitsplatz eine kollaborative Zusammenarbeit ermöglicht, dann wird die Arbeit in Teams und deren Communities zum Normalfall. Der Digital Workplace befähigt also die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu, sich zu vernetzen, zusammenzuarbeiten und zu kommunizieren. Damit fällt zugleich zusammen, was immer schon zusammengehört hat: Arbeit und Kommunikation.

Digital Workplace
Zum Erfolg des Digital Workplace tragen alle gemeinsam bei: Unternehmenskommunikation, IT, HR und Fachabteilungen.

 

Arbeiten und Kommunizieren

Ratschläge bezüglich des digitalen Arbeitsplatzes gibt es viele. Wahlweise geht es darum, vom Arbeiten in Silos zu einem systemisch integrierten Unternehmen zu kommen, von einer starren Bürokratie zu einer agilen Organisationsform oder sich vom Expertenmodus hin zu einem kollaborativen Prozess zu entwickeln. Immer sind damit zwei Ziele verbunden. Erstens: Entscheidungen gemeinsam dort zu treffen, wo sich ihre Auswirkungen zeigen und entfalten; Zweitens: Arbeitsprozesse durch beteiligende Kommunikation, geteilte Informationen und gemeinsames Wissen zu gestalten und weiterzuentwickeln.

In der TREIBSTOFF-Ausgabe 05/16 betont Thomas Mickeleit, dass die Aufgabe der Kommunikationsabteilung um eine zentrale Dimension erweitert wird: Sie „übernimmt die Rolle des Enablers, um Mitarbeiter zu befähigen, sich angemessen und informiert zu bewegen und zum Themenbotschafter der Organisation zu werden.“ Das zu ermöglichen, ist die vorrangige Aufgabe des Digital Workplace.

Wenn es um die Umsetzung des Digital Workplace geht, braucht es eine gemeinsame Initiative von Unternehmenskommunikation, IT, HR und Fachabteilungen. Zum Erfolg tragen alle gemeinsam bei. Wie kann sich nun die Unternehmenskommunikation bei der Umsetzung des Digital Workplace einbringen?

  1. Zeigen Sie, wie Kommunikation einfach, verständlich und offen funktioniert.
  2. Stellen Sie sich mitten rein statt an die Spitze: Es geht um gleichberechtigtes Teilen, Partizipation, Anleiten und Community Management.
  3. Vertrauen vor Perfektion: Fördern Sie den Mut zur Skizze und leben Sie es vor.
  4. Sie sind die Experten für Vernetzung. Geben Sie dieses Wissen weiter an Mitarbeiter, Teams und Communities.
  5. Machen Sie Kommunikation zum gestalterischen Teil der Arbeit und lassen Sie es gut aussehen.

Der Digital Workplace verändert die gegenwärtige Wahrnehmung von Menschen und Kommunikation. Der Mensch als Mitarbeiter wird durch den digitalen Arbeitsplatz zum mündigen und selbstverantwortlichen Akteur. Die Kommunikation treibt diese Emanzipation voran.

Kommentare (6)

  1. Sehr schön auf den Punkt gebracht.

    Wir haben das mit #EinfachAndersArbeiten in einer Publikation zusammengefasst und stehen auch als Beraternetzwerk #Neuwork zu diesem Thema.

    Der Wandel von Arbeit, Kommunikation und Unternehmen ist aktuell bei fast jedem Unternehmen zu sehen oder ist in der Planung, doch eine solche Veränderung bedarf einer sauberen Planung.

  2. Grundsätzlich stimme ich der Kernaussage zu. Die Ausrichtung der corp comms als Enabler und strategische Querschnittsfunktion des digital workplace gestaltet sich in der Praxis allerdings häufig schwieriger. Und das nicht zuletzt durch unterschiedliche Wahrnehmung ihrer Aufgabenstellung und mangelnden entsprechenden Freiräumen. Wer hier direkt einmal einfach im Teamverbund loslegt, und seine Vorbehalte damit abbaut hat klare Vorteile…

  3. Vielen Dank Sigi, wieder mal perfekt auf den Punkt gebracht. Future Work ist ganzheitlich und als Team (oder Netzwerk) gedacht. Der Einzelne ist wichtig – als Teil etwas Größeren.

  4. Vielen Dank für die bisherigen Kommentare. Mit #einfachandersarbeiten haben Sie, Herr Artelt sicher einen guten Punkt. Ich erlebe oft, dass die Abgrenzung in „traditionell“ und „neu“ oder anders abgrenzend und ausgrenzend wirken kann und „die Anderen“ in eine Abwehr und Defensivhaltung bringt. Das ist schlecht. Ich spreche daher in der Zwischenzeit ganz einfach von „exzellentem Arbeiten“…

    Silvia, da hast Du recht. Die Perspektive der Anderen in Bezug auf die Wahrnehmung der Aufgaben der internen Komm sind ein Thema!

    Harald, danke und ja: Netzwerk ist der Schlüssel.

  5. ich bin für jeden Beitrag zum Thema Collaboration und digital workplace dankbar, vor allem, wenn es ein guter ist. Und dieser ist auch ein Guter! Collaboration und digital workplace sind mir (blödes Wort?) eine Herzensangelegenheit (darum meine ich zusammen mit meinen Kollegen auch die notwendigen technischen Lösungen dafür zu kennen :), weil sie gezielte, sinnvolle Kommunikation und Zusammenarbeit (s. das „WE“) u.a. ermöglicht! Wir arbeiten mit hunderten Menschen von zig Unternehmen auf einer Plattform und können uns leicht austauschen, Wissen, Projekte, Daten teilen, diskutieren. Es macht einfach Spaß! Und entwickelt uns alle weiter! Und wenn man dann die „social“ Komponente von Collaboration und digital workplace – nämlich die persönliche Begegnung mit Menschen – nicht vergisst, dann …. 🙂

  6. […] seinem Blogbeitrag „Kommunikation an die Arbeit“ schreibt Siegfried Lautenbacher der Kommunikation ins Pflichtenheft zu zeigen, wie Kommunikation […]

Ihr Kommentar