Was Journalisten wollen – Ergebnisse unserer Umfrage „Recherche 2012 – Journalismus, PR und multimediale Inhalte“

Die Kommunikationswelt entwickelt sich rasant. In unserer Umfrage „Recherche 2012“ wollten wir wissen, wie sich dadurch das Rechercheverhalten von Journalisten und damit ihre Anforderungen an PR-Material verändert haben. Wo recherchieren Journalisten in Zeiten von Social Media? Welche Materialien benutzen sie für ihre Berichterstattung? Wie wichtig sind Bilder, Videos oder weiterführende Links?

Für uns in der PR ergeben sich daraus interessante Antworten auf die Fragen: Welche Inhalte sollten wir Medien zuliefern? Und über welche Kanäle können wir die Informationen bereit stellen?

An unserer Umfrage Ende letzten Jahres nahmen bundesweit 1.412 Journalisten aller Mediengattungen teil (Danke noch mal!). Was sie sagten und was dies für die Zulieferer auf PR-Seite bedeutet, hier in der Zusammenfassung:
Presseinformationen sind wertvoller, wenn sie weiterführendes Material mitliefern.

Drei Viertel der Journalisten sehen mehr Möglichkeiten zur Berichterstattung, wenn sie neben dem Text weitere Inhalte zur Verfügung haben. Aber welche Materialien brauchen Journalisten besonders?

Drei Viertel der deutschen Journalisten sehen mehr Möglichkeiten zur Berichterstattung, wenn sie neben dem reinen Text auf Bilder, Dokumente oder Videos zurückgreifen können. Das ergab die Umfrage „Recherche 2012 - Journalismus, PR und multimediale Inhalte“. Mehr als 1.400 Journalisten aller Mediengattungen haben an der Befragung der dpa-Tochter news aktuell teilgenommen. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/news aktuell GmbH"
Drei Viertel der deutschen Journalisten sehen mehr Möglichkeiten zur Berichterstattung, wenn sie neben dem reinen Text auf Bilder, Dokumente oder Videos zurückgreifen können. Das ergab die Umfrage „Recherche 2012 – Journalismus, PR und multimediale Inhalte“. Mehr als 1.400 Journalisten aller Mediengattungen haben an der Befragung der dpa-Tochter news aktuell teilgenommen. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: „obs/news aktuell GmbH“

 

85 Prozent der Journalisten wünschen sich Bilder.

Damit sind Bilder die wichtigste Ergänzung für Pressemitteilungen. Fast jeder Journalist hält sie für wichtig oder sehr wichtig. Weiterführende Links möchten 76 Prozent in Pressemitteilungen finden. Auf dem dritten Platz folgen Hintergrundinformationen als PDF, die 72 Prozent der Redakteure für wichtig oder sehr wichtig halten. Weiterhin: Infografiken (70%), Video-Beiträge (25%).

Fast jeder zweite Journalist nutzt täglich PR-Bilder. Zwei Drittel der befragten Redakteure greift mindestens einmal wöchentlich zu Bildern, die von Unternehmen oder PR-Agenturen angeliefert worden sind. Das ergab die Umfrage „Recherche 2012 - Journalismus, PR und multimediale Inhalte“. Mehr als 1.400 Journalisten aller Mediengattungen haben an der Befragung der dpa-Tochter news aktuell teilgenommen. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/news aktuell GmbH"
Fast jeder zweite Journalist nutzt täglich PR-Bilder. Zwei Drittel der befragten Redakteure greift mindestens einmal wöchentlich zu Bildern, die von Unternehmen oder PR-Agenturen angeliefert worden sind. Das ergab die Umfrage „Recherche 2012 – Journalismus, PR und multimediale Inhalte“. Mehr als 1.400 Journalisten aller Mediengattungen haben an der Befragung der dpa-Tochter news aktuell teilgenommen. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: „obs/news aktuell GmbH“

Fast jeder zweite Journalist nutzt täglich PR-Bilder.

Zwei Drittel der befragten Redakteure greift mindestens einmal wöchentlich zu Bildern, die Ihnen von Unternehmen oder PR-Agenturen angeliefert werden.

Journalisten goutieren zudem, wenn Pressestellen weiterführende Links in ihren Meldungen angeben oder PDF-Dokumente mit ausführlichem Hintergrund mitliefern: Über die Hälfte der Journalisten greift auf diese Informationen mindestens einmal wöchentlich zurück.

Nur ein Drittel der Journalisten geht täglich aktiv auf Unternehmenswebsites.

Journalisten suchen häufig nach Themen, nicht nach Unternehmen. Zwei Drittel der Redakteure steuern daher nur ab und zu Webauftritte von Unternehmen an. 10 Prozent der Redakteure nutzt weniger als einmal im Monat oder nie Firmen-Homepages zur Recherche. Stattdessen stoßen sie oft über andere Kanäle auf ihr Material.

Wo recherchieren Journalisten? Welcher Kanal ist der richtige für Presseinformationen?

Die Antwort: Der Mix macht’s! Je nach Gusto und Möglichkeit des Redakteurs recherchiert er oder sie in Suchmaschinen, schaut was per E-Mail rein kommt, nutzt das Redaktionssystem, Nachrichtenagenturen oder RSS. Und auch soziale Netzwerke sind inzwischen zum Recherchetool geworden.

Knapp die Hälfte der Journalisten recherchiert in sozialen Netzwerken.

41 Prozent der befragten Redakteure ist mindestens einmal wöchentlich in Social-Media-Diensten unterwegs, um dort nach Informationen zu suchen. Am häufigsten genutzt: Facebook, Youtube, Google+ und Twitter.

Welche Handlungsanweisungen ergeben sich aus der Umfrage für die Pressearbeit?

  • Wann immer möglich, sollten Texte ergänzt werden: um Bilder, Hintergrundinfos, Videos etc.
  • Material sollte so angeliefert werden, dass Journalisten es leicht finden und weiter verarbeiten können.
  • Wenn Journalisten in sozialen Netzwerken recherchieren, sollten auch PR-Informationen dort verfügbar sein. (Das geht übrigens auch ohne eigenen Account bei Facebook, Twitter & Co.)
  • Wenn Journalisten selten direkt auf Unternehmenswebsites kommen, sollten wir sie dorthin führen.
  • Um alle Redakteure zu erreichen, sollten Presseinformationen auf verschiedenen Kanälen angeboten werden.

Alles in Handarbeit?

Dies alles bedarf mühevoller Handarbeit, wenn man’s selber macht. Oder man bedient sich eines Nachrichtennetzwerkes wie OTS. Mit OTS orientieren wir uns daran, was Journalisten brauchen und sich wünschen (darum machen wir auch Umfragen wie diese).

Viele Wege führen zum Journalisten. Darum bedient sich bei OTS jeder Empfänger auf dem Kanal, der ihm am liebsten ist: vom Nachrichtenticker, über E-Mail oder RSS bis hin zu Suchmaschinen, sozialen Netzwerken oder mobil. Jeder Text kann um Bilder, PDFs, Audio- oder Videodateien ergänzt werden, die angepasst an die redaktionellen Abläufe angeliefert werden. Jeder Kunde bekommt eine eigene Pressemappe im Presseportal, der größten Datenbank für Presseinformationen in Deutschland. Dort können Kunden u.a. Links auf ihre Homepage und ihre Online-Aktivitäten prominent bereitstellen, damit Journalisten dorthin finden. Das sieht dann zum Beispiel so aus.

Wer sich übrigens für das Rohmaterial der Umfrage interessiert, kann hier im PDF (1,6 MB) alle Fragen und Antworten im Detail einsehen.

Kommentare (14)

  1. Grundsätzlich ist die Zahl von knapp 1.500 Befragten ja ganz okay. Wenn man sich einzelne Grüppchen anschaut, dann bekommt man aber schon wieder Bauchweh. Weil bei 54 Bildredakteuren eine Tendenz für eine Branche angeben zu wollen ist unmöglich.

    Sozialwissenschaftler arbeiten ja so oder so nur in Wahrscheinlichkeiten und nicht in Wahrheiten, können sich aber das Leben selbst schwer machen. Wie schaut es denn mit dem Genderbild aus? Wie alt waren die Befragten? Welches Geschlecht hatten sie? Und am Ende haben wir dann einen Bias nach dem anderen und die Ergebnisse sind wenig aussagekräftig. Sätze wie „Die Journalisten“ überlese ich dann entweder oder ergänze sie, damit am Ende „Die befragten Journalisten“ dort steht.

    Nun gut, mal abgesehen davon, dass ich Notiz davon nehme und gemeckert habe, kann ich am Ende dann zumindest Lob aussprechen, dass sich überhaupt jemand die Mühe gemacht hat. Nur ich hätte es gut gefunden, wenn die Autorin des Beitrags auf die Aussagekraft hingewiesen hätte. Ich weiß, dass das als GmbH natürlich schwerfällt, aber Akademiker würden das tun. Ansonsten sind die Informationen auch recht objektiviert worden und mit den Kennziffern können zumindest Leute, die sich damit auskennen, einschätzen, was die Ergebnisse Wert sind. Danke in jedem Fall. 🙂

  2. Hallo Herr Trust,

    danke für Ihre Einschätzung. Kurz zur Erläuterung der Zahlen: dass die befragten Journalisten sich Bilder wünschen, haben nicht nur die Bildredakteure so gesehen, sondern auch Text-, Onlineredakteure etc. Hier beziehen sich die Aussagen also nicht nur auf die 54 Bildredakteure, die mitgemacht haben, sondern auf alle 1.412 befragten(!) 😉 Redakteure. Wir haben der Vollständigkeit halber aber die jeweiligen Tätigkeitsbereiche mit aufgenommen, um v.a. Fragen nach Audio- und Videomaterial besser einordnen zu können.

    Uns geht es mit der Umfrage im Wesentlichen darum, eine Tendenz zu bekommen, welche Anforderungen Journalisten an die PR haben. Und über ihr Lob freuen wir uns natürlich sehr. 🙂

  3. Die Umfrage wirft ein interessantes Schlaglicht aufs Thema bei immerhin 1.400 Befragten. Als im Social Media Bereich Handelnde finde ich es bemerkenswert, dass inzwischen 16% JournalistInnen auch bei Google+ recherchieren (FB: 29%); erstaunlich vor dem Hintergrund, dass G+ noch ein relativer Neuling ist. Deckt sich aber mit der Beobachtung, dass Medienleute sich dort schnell ausgebreitet haben. Wer sagte noch, G+ sei „Facebook für Erwachsene“?
    Die Bebilderung Ihrer Infografik zum Thema find ich übrigens toll retro: lauter schwarze Männeken mit männlicher Medienhardware – wie in den guten alten 50er Jahren. Bitte bei den nächsten Grafiken dann duftige schwarze Weibeken einsetzen: schwingender Rock, Stöckelschuh – und das kleine Mikro-Damenmodell, das auch ins Unterarmtäschchen passt.

  4. Ich danke Ihnen für diese sehr interessanten Infos!

    In meiner Branche (ich habe eine Bildagentur) sind Pressemeldungen leider wenig üblich, wir selbst sehen das anders und versuchen mehr zu bieten.

    Aus Sicht eines Anbieters für Bildmaterial zeigt die Umfrage, wie wichtig passende Bilder für Pressemitteiungen sind. Und damit sind nicht Produktbilder gemeint, denn die sieht man immer seltener. Immer öfter werden Emotionsbilder für Pressemitteilungen genutzt. Vielleicht könnten Sie bei Ihrer nächsten Umfrage konkreter in die Bildanalyse einsteigen und abfragen, was für Bildmaterial normalerweise genutzt wird und wie erfolgeich welche Art Bilder ist. Das ist dann bestimmt nicht nur für uns als Bildagentur interessant, sondern auch für diejenigen, die sich immer wieder überlegen müssen mit welchem Bild sie am meisten Chancen auf eine breite Veröffentlichung haben. So kann die Bild-PR die Journalisten zukünftig vielleicht noch besser beliefern.

    Schön, dass Sie jeden an Ihren Ergebnissen teilhaben lassen 🙂
    Auch wenn ich mir anderes Bildmaterial dazu wünschen würde. Die „schwarzen Männersilhouetten“ sind mir persönlich zu emotionslos, dann lieber „nur nackte Zahlen“.

  5. Haha – es soll ja auch Autoren geben, die selbst für aussagefähige Bilder und Videobeiträge sorgen. Das Material, das von den Unternehmen kommt, ist meist so wenig zu gebrauchen wie die aus der Innensicht oder Vertriebsperspektive geschriebenen Meldungen.. Und da zeigt sich das Dilemma der Content-Context Schere: Wer beim Inhalt nichts reinsteckt, kann auch für die Weiterverbreitung nichts Interessantes bieten. Vielleicht brauchen wir einfach eines neues Verständnis des journalistischen Berufsbildes …

  6. Dass Journalisten den Zugriff auf druckfähiges Bildmaterial und gut aufbereitete Hintergrundinformationen schätzen, ist nachvollziehbar und übrigens nicht neu. Für wichtig halte ich allerdings den Hinweis, dass diese eben nicht per Mail-Anhang geliefert werden sollten – Redaktionen schätzen große Anhänge bei Pressemitteilungen in aller Regel überhaupt nicht – sondern in Form von Links auf Seiten, die dieses Material gut aufbereitet zur Verfügung stellen.

  7. Ich teile ebenfalls die Ansicht, dass dicke Anhänge an Emails eher hinderlich sind. Wenn der Journalist dann Interesse hat, sollte das Material natürlich einfach zugänglich sein. Was ich merkwürdig finde, ist die Aussage, viele Journalisten würden auf facebook & Co recherchieren. Ich kann in keinster Weise nachvollziehen, welche Suchfunktionen einen dort sinnvoll weiterbringen könnten. Und welche Firmen jenseits der großen Konzerne bauen schon große Facebook-Accounts auf? Und Presseportale? Bitte schaue man sich einmal die Visits der PMen an. Vor allem die vielen kleinen Unternehmen haben angesichts einer Presselandschaft, die täglich über Google & Co berichtet, von allen diesen Dingen aber nur wenig. Das Einzige, was ihnen helfen kann, ist die Generierung von pressefähigem Material wie z.B. diese Umfrage.

  8. Ja, Bildmaterial ist wichtig. Zumindest auf der Website eines Unternehmens sollte es einen Bereich geben, in dem Bilder heruntergeladen werden können.

    Völlig unverständlich finde ich, warum oft nicht einmal ein paar allgemeine Bilder wie (Firmenzentrale, Produktbilder, Logos) bereitstehen. Zu jeder Meldung Bilder erstellen zu lassen, bedeutet zusätzlichen Aufwand, aber wenigstens allgemeine Bilder anzubieten sollte doch möglich sein!

  9. Ansich ist allen geholfen, wenn das „Rundum-Sorglos-Paket“ geliefert wird. Man müsste enorm viel Personal vorhalten um jede Veranstaltung auch zu besuchen (Dann kommen die Artikel aber auch immer erst hinterher und nicht als Vorschau). Bekomme ich also die Bilder und einen vorbereiteten Pressetext angeliefert, dann ist der Werbeeffekt für die Veranstaltung ungleich größer weil es eben vorab veröffentlicht wird. Hinzu kommt die enorme Kostenersparnis, weil das Bildmaterial bereits fix und fertig angeliefert wird. In der Redaktion wird es dadurch einfacher weil eben die Bildaussage steht und sich kein Fotograf mehr Gedanken und Arbeit machen muss.

  10. Was man vielleicht noch ergänzen kann, egal ob man Bilder mag oder nicht, sie glaubt zu benötigen oder nicht, man benötigt sie in jedem Fall. Wer für den Bereich online arbeitet kommt um Bilder nicht herum. Alle Erzeugnisse, die keine Bilder verwenden, werden in ihren Zugriffszahlen deutlich schlechte abschneiden. Es gibt also einen ganz pragmatischen Grund, warum eigentlich 100% der Redakteure mit Online-Bezug hätten sagen sollen, dass sie Bilder benötigen.

  11. Journalistinnen und Journalisten sind auch nur Menschen! Eine mit ansprechendem Bildmaterial illustrierte Presseinformation kann sich vermutlich nicht nur besser in der immensen Textflut durchsetzen, sondern diesen Personenkreis möglicherweise überhaupt erst für ein Thema und eine Berichterstattung „aufschließen“ – ganz egal, ob dieses Bildmaterial später auch verwendet wird.
    Ich werte Illustrationen deshalb auch ganz bewusst als wichtige „Türöffner“ in die Redaktionen.

  12. […] Journalisten wünschen sich mehr Bilder. Und auch in der Online-Kommunikation verstärken Bilder die Wirkung von Texten. Mit einem Klick […]

  13. Der stark zunehmende Trend, dass Unternehmen eigen Videos für Ihre Markenkommunikation und als Glaubwürdigkeits-Verstärker benötigen, wird den Journalisten künftig mehr und mehr Material in die Hände spielen. Wenn die Studien von Cisco stimmen, und ab 2015 bereits 90% des Webtraffic aus Videos besteht werden Journalisten froh sein, wenn sie noch ein wenig Text beisteuern dürfen 😉

  14. […] Journalisten brauchen heute mehr Bilder denn je, um ihr Publikum zu erreichen. Das ist eine Chance für die PR. Mit guten PR-Bildern gelingt es, im redaktionellen Bereich zu erscheinen. […]

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