Reputationsmanagement: Wenn der Shitstorm in Liebe ertrinkt

Aldi Süd hatte im Mai ein Problem: Viele elektronische Abbuchungen wurden doppelt gezogen. Der Discounter hat sich auf seiner Facebook-Seite entschuldigt. Wer erwartet hatte, dass daraufhin ein Shitstorm ausbrach, wurde jedoch enttäuscht. TREIBSTOFF-Gastautor Guido Augustin beleuchtet das Reputationsmanagement des Discounters und erklärt, warum die Krise bei Aldi Süd nicht zur Katastrophe wurde.

Marketingbudgets: „Fenster zu, Mister Ford!“

Guido Augustin erklärt, wie man es vermeidet, die Hälfte seines Marketingbudgets aus dem Fenster zu werfen. Frei nach Henry Ford.

 
Wie kommen Kommunikationsentscheidungen in Ihrem oder Ihnen bekannten Unternehmen zustande? Es gibt da verschiedene Modelle, alle aus dem echten Leben, die ich über die Jahre beobachten konnte, durfte und musste. Hier stelle ich die wichtigsten vor:

„Mit Virtual Reality neue Markenwelten erschaffen“

Das Potenzial von Virtual Reality für Journalismus und Markenkommunikation ist enorm. Auch für PR-Agenturen eröffnen sich mit VR neue Beratungsfelder. Fink & Fuchs beschäftigt sich schon seit knapp drei Jahren mit den Einsatzmöglichkeiten von VR in PR und Marketing. Seit letztem Jahr bieten die Wiesbadener ihre VR-Expertise auch für Kundenprojekte an. Vorstand Michael Grupe erläutert, wie er den Hype um die neue Technologie bewertet. Und verrät uns sein aktuelles VR-Kundenprojekt.

Kommunikation – im Führerstand oder im Schlafwagen?

Fachbücher zu Online-Kommunikation und Social Media füllen inzwischen Regalmeter in den Uni-Bibliotheken. Sie zirkeln um handwerkliche Fragen, blenden aber bis auf wenige Ausnahmen existenzielle Aspekte für die Profession der PR aus. Denn in Zeiten von Social Media müssen PR-Manager ihre Rolle im Unternehmen neu definieren. Von Thomas Mickeleit

Virtual Reality: Kommunikation der Zukunft?

Virtual Reality ist Trending Topic. Spätestens seit Mark Zuckerbergs Auftritt auf dem Mobile World Congress im Februar wissen wir: „VR ist die nächste Plattform“. Und tatsächlich: Die Technologie ist inzwischen marktreif und längst nicht mehr nur in der Gaming-und Entertainment-Branche beheimatet. Auch für Journalismus und Markenkommunikation tun sich spannende Möglichkeiten auf.

Deutschland wichtigste Blogs – und wie man mit ihnen kommuniziert

Medienprofis lesen turi2 und Auto-Fans den Passion Blog von Mercedes Benz. Doch welcher Blog steht auf Platz eins der IT-Profis? Und welchen Blog müssen Rechtsexperten kennen? Jede Branche hat ihren eigenen Blog-König. Kennen Sie Ihren? Wir haben für Sie die erfolgreichsten deutschen Blogs in einer Infografik zusammengestellt und fassen zusammen, was Sie bei der Beziehung zu Bloggern beachten müssen.

Startup-Kultur: „Startups leben ihre Vision“

Gründergeist, Mut und Innovationen gehen selten von etablierten Konzernen aus. Fast immer sind es Startups, die bahnbrechende Neuerungen auf den Markt bringen. Aber was macht die Startup-Kultur so erfolgreich? Eine, die sich mit der Gründerszene auskennt, ist Jennifer Schwanenberg. Sie ist Head of Communications bei FLIO und hat im letzten Jahr den next media accelerator mitaufgebaut. In TREIBSTOFF erzählt sie, was wir von Startups lernen können. Und verrät uns, welche Gründer sie in letzter Zeit begeistert haben.

Jennifer Schwanenberg ist Head of Communications bei FLIO, der ersten globalen Airport App, und Mentorin des next media accelerator. Sie hilft mediennahen Startups, skalierbare Geschäftsmodelle für die Medien- und Werbebranche aufzubauen. Als Tourguide im Silicon Valley hat sie Chefredakteuren und Digitalmanagern deutscher Verlage bereits gezeigt, wo die Reise hingehen kann.
Jennifer Schwanenberg ist Head of Communications bei FLIO, der ersten globalen Airport App, und Mentorin des next media accelerator. Sie hilft mediennahen Startups, skalierbare Geschäftsmodelle für die Medien- und Werbebranche aufzubauen. Als Tourguide im Silicon Valley hat sie Chefredakteuren und Digitalmanagern deutscher Verlage bereits gezeigt, wo die Reise hingehen kann.

TREIBSTOFF: Was macht Startups so spannend für Dich?

SCHWANENBERG: Tech-Startups ignorieren bestehende Marktmechanismen und denken einfach alles neu. Was ein Startup ausmacht sind allerdings die Menschen dahinter. Und das ist in der Regel ein Typ Mensch, mit dem ich mich gut verstehe. Sie leben ihre Vision, preschen nach vorne und verplempern keine Zeit mit aufwändigen Strategien.

TREIBSTOFF: Wie würdest Du die Startup-Kultur beschreiben?

SCHWANENBERG: Startup-Gründer müssen –im positiven Sinn – naiv, arrogant und wichtigtuerisch sein. Naiv, sonst würden sie sich nicht trauen, etwas völlig Neues zu machen. Arrogant, weil die meisten Leute ihnen erklären werden, warum ihre Idee nicht funktioniert. Und sie müssen immer wichtig rüber kommen, sonst nimmt sie keiner ernst. Der typische Gründer lebt außerdem für sein Produkt und sein Team. Anders als in großen Unternehmen hat jeder Mitarbeiter unmittelbaren Anteil am Unternehmenserfolg. Deshalb wissen alle, wofür sie arbeiten. Das macht einen großen Unterschied in der täglichen Arbeit aus. Man kommt schneller voran, weil alle an einem Strang ziehen.

Contentlieferanten: Eine Geschichte von Vernetzung und Konzentration

Früher war alles einfacher: Viele Lichter erhellten die Landkarte der deutschen Tageszeitungen. Jedes Licht eine unabhängige Vollredaktion, die  den Leser möglichst allumfassend mit Nachrichten, Ratgeberseiten und Geschichten aus der Region versorgte. Doch dann kam das Internet und brachte neue Contentlieferanten auf den Plan. Die Medienlandschaft wurde unübersichtlich, die Orientierung für PR-Schaffende immer schwieriger. Als Beobachter der Medienszene wollen wir diese Entwicklung transparent machen und zeigen, was sie für die PR-Arbeit bedeutet.

Um rentabel zu bleiben, muss sich jeder Industriezweig immer wieder an wechselnde Anforderungen seiner Konsumenten und Märkte anpassen. Auch die Medienbranche ist von diesem Gesetz nicht ausgenommen und ständigen strukturellen Umwälzungen unterworfen. Klischeehafte Vorstellungen eines Berufes fußen meist in der Vergangenheit und so ist auch die lokale Vollredaktion ein Ideal vergangener Tage. Redaktionsgemeinschaften, Medienagenturen und Mantelredaktionen zeichnen den Weg, den der Content vom Produzenten über verschiedene Vertriebswege bis hin zum Konsumenten nehmen kann.

Was ist da überhaupt los?

Eine Welle der Empörung ging 1998 durch das beschauliche Ostfriesland, denn Reinhard Köser, bis 2014 Verleger der Nordwest Zeitung, hatte eine Geschäftsidee: Er übernahm sukzessive Anteile anderer Regionalzeitungen aus der Umgebung und baute sich nach und nach ein anschauliches Medienimperium auf. Das Kartellamt, konkurrierende Verleger und Betriebsräte waren entsetzt über die drohende Vereinheitlichung der Inhalte. Was damals als unerhört galt, könnte aus heutiger Sicht als Frühfassung einer Entwicklung gelten, die in den 2000er Jahren immer mehr an Fahrt aufgenommen hat und inzwischen als effiziente Verlagsstrategie gilt: Wenn mehrere über das Gleiche schreiben, kann es doch auch einer tun und an alle weitergeben.

Moderation von Events: „Den Mut für Pausen haben“

Veranstaltungsmoderation ist etwas ganz Besonderes: Ein großes Publikum, feierliche Stimmung. Die Moderation macht aus dem Event eine Story: Sie gibt dem Geschehen eine Dramaturgie, sorgt für Spannung, Unterhaltung und Emotionen und nicht zuletzt dafür, dass die Teilnehmer sich wohlfühlen. Jule Gölsdorf beherrscht das Moderieren perfekt. In TREIBSTOFF verrät die bekannte TV-Moderatorin und Buchautorin ihre ganz persönlichen Tipps.

Jule Gölsdorf ist Journalistin und Buchautorin. Aktuell moderiert sie im Fernsehen für n-tv , den Hessischen Rundfunk und DFB-TV. Von 2003 bis 2012 moderierte sie die mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichneten ZDF-Kindernachrichten „logo!“. Dieses Jahr sind ihr Kriminalroman „Mörderisches Monaco“ und das Sachbuch „Harn aber herzlich“ erschienen.
Jule Gölsdorf ist Journalistin und Buchautorin. Aktuell moderiert sie im Fernsehen für n-tv , den Hessischen Rundfunk und DFB-TV. Von 2003 bis 2012 moderierte sie die mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichneten ZDF-Kindernachrichten „logo!“. Dieses Jahr sind ihr Kriminalroman „Mörderisches Monaco“ und das Sachbuch „Harn aber herzlich“ erschienen.

TREIBSTOFF: Was macht das Moderieren von Großveranstaltungen so besonders?

GÖLSDORF: Das Besondere ist immer der direkte Kontakt zu den Zuschauern. Im Gegensatz zum Fernsehen, wo man als Moderator ja nur in eine Kamera schaut und die Zuschauer nur abstrakt erahnen kann, blickt man den Leuten bei Großveranstaltungen direkt in die Augen. Und das ist auch schon die Herausforderung: Man muss es schaffen, dass die Leute einem gerne zuhören, sich nicht von anderen Dingen ablenken lassen und sie auch das Gefühl bekommen, dass man sie mit einbezieht. Und dann kommt das Feedback natürlich auch direkt: Wenn die Menschen anfangen auf die Uhr zu schauen, gähnen oder womöglich im worst case den Raum verlassen, weiß man – da ist etwas schief gelaufen! Da muss man dann improvisieren!

TREIBSTOFF: Wie bereite ich mich am besten auf die Veranstaltung vor?

GÖLSDORF: Das kommt natürlich auf die Veranstaltung an. Ich versuche immer, einen persönlichen Zugang zu finden. Das zeigt den Veranstaltern und den Zuschauern, dass ich mich mit dem Thema beschäftigt habe. Es ist wichtig, sich in die Thematik ordentlich einzulesen – insbesondere bei Podiumsdiskussionen und Interviews. Und auch ein persönliches Gespräch mit den Interviewpartnern und Gästen im Vorfeld hilft, um Ziele und Erwartungen abzustecken und zu schauen, ob alle auf der gleichen Linie liegen. Vor Ort ist es immer gut, die Bühne angeschaut und den Ton getestet zu haben – einfach um zu wissen, dass die Technik läuft und um schon einmal ein Gefühl für den Raum zu bekommen.

TREIBSTOFF: Moderationskarten: Was muss drauf?

GÖLSDORF: Ganz wichtig ist es, alle Namen der beteiligten Personen parat zu haben. Deshalb schreibe ich mir sie immer in die Kopfzeile, so dass ich die Namen auf jeder Moderationskarte sehen kann. Denn nichts ist peinlicher, als den Namen nicht zu wissen und die Person nicht direkt ansprechen zu können. Ansonsten mache ich mir nur Stichpunkte, denn zu viel Text stört. Im Grunde sollen die Karten ja nur für einen kurzen Blick herhalten, falls man mal einen Hänger hat. Wenn man sich durch etliche Zeilen Text suchen muss, schaut man zulange auf die Karten. Zudem wirkt es unvorbereitet, wenn man die Informationen „vorliest“. Es nimmt einem auch die Spontanität, mal Aktuelles in die Moderation einfließen zu lassen. Bei Stichpunkten kann man immer spontan etwas einfügen, weiß aber mit einem kurzen Blick auf die Karte trotzdem noch, wo man mit der Moderation hin will.

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