„Angst vor Misserfolg hatte ich noch nie“

Hockey-Weltstar Moritz Fürste hat einen starken Willen. Ein Kreuzbandriss vor den Olympischen Spielen traf ihn mit voller Wucht. Er schaffte es in Rekordzeit, rechtzeitig fit zu werden, und holte 2012 Gold. Mit TREIBSTOFF sprach der Motivationskünstler über das, was ihn als Spitzensportler antreibt.

„Motivieren muss man sich auch in einer Mannschaft allein“, sagt der Hamburger Hockey-Weltstar Moritz Fürste. Hier im Finale der Europameisterschaft 2011. Deutschland schlug die Niederlande damals mit 4:2 und holte den Titel. Foto: picture alliance / Sven Simon.

 

TREIBSTOFF: Woher kommt Ihre große Willenskraft?

FÜRSTE: Ich habe eine wahnsinnige Leidenschaft für das was ich tue. Egal auf welchem Spielfeld. Das treibt mich an. Dazu bin ich unfassbar ehrgeizig. Und wenn ich mir ein Ziel gesteckt habe, versuche ich alles, um es auch zu erreichen. Meine Motivation ist immer das nächste Ziel. Vergangene Erfolge zählen für mich nicht.

TREIBSTOFF: Welche Motivationsfaktoren sind für Sie wichtig?

FÜRSTE: Hoffnung auf Erfolg und persönliche Idealvorstellungen sind meine primären Motivationsfaktoren. Angst vor Misserfolg hatte ich noch nie. Im Gegenteil. Es ist wichtig zu wissen, dass es auch Misserfolge gibt. Das relativiert einiges. Geld ist kein Antrieb sondern ein Bonus, der nicht erstrebenswert für mich ist. Sonst hätte ich auch einen anderen Weg eingeschlagen.

TREIBSTOFF: Stichwort falscher Ehrgeiz. Wann ist es Zeit für einen Plan B?

FÜRSTE: Zuzugeben und zu erkennen, dass man auf dem Holzweg ist, ist nicht leicht. Ich denke eine Möglichkeit, dies zu erkennen, ist über Meilensteine. Ab einem gewissen Punkt merkt man, dass man nicht genügend seiner next steps erreichen kann und muss dementsprechend umdisponieren. Von einem Plan B halte ich nicht viel. Ich glaube, man muss sein Handeln immer der aktuellsten Situation anpassen. Einen Plan so durchzusetzen wie am Anfang geplant ist in meinen Augen quasi unmöglich.

TREIBSTOFF: Welche Rolle spielt das Team für die Motivation? Und was macht ein gutes Team aus?

Moritz Fürste Motivation
Der Hamburger Moritz Fürste, 30, gewann mit seinem Hockeyteam 2008 und 2012 olympisches Gold . Er ist dreifacher Weltmeister und dreifacher Europameister und wurde unter anderem zum Welthockeyspieler (2012) und Hamburger Spieler des Jahres (2012) gewählt. Foto: Patrick Becher.

 

FÜRSTE: Das gut funktionierende Team gibt den Herzschlag für jeden einzelnen Spieler vor. Aber motivieren muss man sich auch in der Mannschaft alleine. Es ist aber viel einfacher, sich selbst zu motivieren, wenn man 17 Mitspieler hat, von denen man weiß, dass sie ebenfalls heiß sind, ein Ziel gemeinsam anzugehen. Ein gutes Team macht aus, dass es ein gemeinsames Ziel verfolgt. Es ist keine Zweckgemeinschaft, die sich aus einer Gruppe Individualisten mit eigenen Zielen zusammensetzt.

TREIBSTOFF: Welche Eigenschaften muss eine gute Führungsperson mitbringen, um zu motivieren?

FÜRSTE: Authentizität. Wenn man mir nicht glaubt, was ich sage, kann ich niemals führen. Leading by doing ist das Schlagwort. Zudem muss eine gute Führungskraft delegieren können. Aufgaben verteilen und Verantwortung auch abgeben können, ohne den Überblick zu verlieren. Hinzu kommt die Fähigkeit, das Team immer wieder mitzureißen und durch kurzfristige Erfolge, die man zum Beispiel über Meilensteine erreicht, für Zufriedenheit zu sorgen. Das fördert den Teamgeist.

Moritz Fürste auf Facebook und Twitter.

 

Kommentare (4)

  1. Bester Mann

  2. Klasse Mo.
    Weiter so!

  3. Die Urhebervermerke zu den Fotos fehlen (oder sind diese aus einem besonderen Grund hier nicht erforderlich?).

    1. Hallo Herr Hegmann, nein, die waren nicht erforderlich. Ich habe sie aber jetzt dennoch hinzugefügt. Viele Grüße Nicola Wohlert

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