PR-Bild Award 2017: PR-Bilder müssen nicht den Fotografen ansprechen

Der PR-Bild Award kommt jetzt langsam in die heiße Phase: Noch bis zum 16. Juni können Unternehmen oder Organisationen ihre besten PR-Bilder des letzten Jahres einreichen. Doch welche Fotos schaffen es überhaupt auf die Shortlist? Harald Schneider sitzt in der Award-Jury.  Er ist Fotograf und leitet die Bildredaktion der Austria Presse Agentur – APA. TREIBSTOFF hat bei ihm nachgefragt: Was macht ein gutes Bild aus? Wohin gehen die Trends? Und gibt’s Tipps für Einreichende? 

TREIBSTOFF: Was ist für dich relevant, damit du von einem guten Bild sprichst?

Leiter der Bildredaktion bei der APA PR-Bilder
Harald Schneider ist Leiter Bildredaktion bei der Austria Press Agentur (APA). Er besuchte die Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Ab 1991 fotografierte er für die Tageszeitung „täglich Alles“ sowie für die Wochenzeitung „Die ganze Woche“, bis er 1992 zur APA wechselte. Hier war er zunächst als freier Mitarbeiter, dann als angestellter Fotograf beschäftigt. Seit 2007 leitet er die Bildredaktion.

SCHNEIDER: Ein gutes Bild muss die Anforderungen, die zuvor gestellt wurden, beziehungsweise das Geschehen, das festgehalten wurde, so klar zeigen, dass ein Bildtext fast unnötig ist. Es muss selbsterklärend wirken – kann aber auch Fragen aufwerfen. Ein gutes Bild kann unter Umständen auch qualitativ schlecht sein. Je nach Anforderung oder Situation rücken verschiedene Kriterien in den Fokus. Auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung kann aus einem guten ein schlechtes Bild machen.

TREIBSTOFF: Welche Trends hast du in den vergangenen zehn Jahren in der Fotografie wahrgenommen?

SCHNEIDER: Trends gab und gibt es nicht erst seit zehn Jahren. Um einen Trend in der Fotografie zu beschreiben, muss man die einzelnen Sparten der Fotografie unterscheiden. Reportage, Presse, Werbung und andere Sparten unterscheiden sich da auch in deren Trends deutlich.

Mal ist Schwarz-Weiß-Fotografie in, mal schiefe Fotos, mal weit gehalten, mal extreme Teleaufnahmen, Techniken wie Tilt Shift oder Luftaufnahmen (Drohnen), 360 Grad usw. Oder einfach der „spontane“ Schnappschuss. Der bleibende Trend seit Jahren und wohl auch in Zukunft ist, immer  wieder etwas „anders“ machen zu wollen. Also Trends durch Trends zu ersetzen. Das „Andere Bild“ ist immer Trend.

TREIBSTOFF: Siehst Du soziale Netzwerke wie Instagram als Bereicherung für die Fotografie?

SCHNEIDER: Social-Media-Plattformen können eine Bereicherung sein, da eine große Anzahl an Bildern darin enthalten sind, die ohne redaktionelle Terminplanung fotografiert wurden, und daher auch fern von Inszenierungen entstanden sind. Das Problem dabei ist allerdings enorm: Diese Bilder auf „Glaubwürdigkeit“ zu filtern und bei Bedarf die Copyrightfrage zu klären, ist zurzeit nur in den wenigsten Fällen möglich.

TREIBSTOFF: Worauf sollten die Einreicher beim PR-Bild Award achten?

SCHNEIDER: PR-Bilder müssen nicht den Fotografen ansprechen – mit Abstrichen auch nicht unbedingt den Auftraggeber. Die Zielgruppe, für die sie angefertigt wurden, muss erreicht und begeistert werden. Gelingt dies, wird wohl auch der Auftraggeber, und letztendlich auch der Fotograf, der vielleicht nicht seine Vorstellungen umsetzen konnte, zufrieden sein.

PR-Bild Award

Machen Sie mit! Noch bis zum 16. Juni können Sie Ihre besten PR-Bilder des letzten Jahres einreichen. Bewerben können Sie sich in insgesamt sechs Kategorien: Porträt, NGO-Foto, Social Media-Foto, Stories & Kampagnen, Lifestyle, Reisen.

Wir sind gespannt auf Ihre Bilder!

www.pr-bild-award.de

 

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