Lifestyle-Journalismus: Produktfotos immer gleich mitschicken

Mode, Beauty und der gute Lebensstil: Das sind die Themen der Lifestyle-Journalisten. Was erwarten sie von PR-Material? Gala-Fashiondirector Marcus Luft will vor allem eins: umfangreiche, multimedial aufbereitete Informationen und keine Werbung. In unserer Reihe „Wer liest eigentlich Pressemitteilungen“ fragen wir Journalisten nach ihrem Arbeitsalltag und ihren Anforderungen an Pressemitteilungen.

TREIBSTOFF: Würden Sie uns in ein paar Sätzen Ihren Arbeitsalltag beschreiben?

Marcus Luft über PR-Material
PR-Post mit Lametta, Kunstschnee oder Konfetti ist nicht so sein Ding: Marcus Luft ist stellvertretender Chefredakteur und Fashiondirector bei Gala.

LUFT: Ich starte morgens mit einer Konferenz meiner drei Ressorts Mode, Beauty und Lifestyle. Danach haben wir Ressortleiterkonferenz. Danach redigiere ich, bespreche Layouts und nehme an Terminen mit PR-Agenturen teil. Pro Saison stehen natürlich jede Menge Reisen zu den Fashionweeks und Pressetagen an. Neben der aktuellen Arbeit fürs Heft muss ich mittelfristig die Produktionen der Ressorts überwachen und langfristige Themen festlegen.

TREIBSTOFF: Wie recherchieren Sie neue Themen?

LUFT: Wie sich das für einen Journalisten gehört. Kontakte anfragen, mit Menschen sprechen, PR-Agenturen um Material bitten, sich seine Meinung bilden und daraus eine eigene Geschichte schreiben. Kurzum: Mich gut informieren und eine Rundumversorgung gewährleisten.

TREIBSTOFF: Wie muss Pressematerial aussehen, mit dem Sie etwas anfangen können?

LUFT: Ich mag nicht, wenn man Pressematerial bekommt und dann doch noch E-Mails schreiben muss, damit man beispielsweise Produktfotos bekommen kann. Dafür gibt’s ja USB-Sticks oder Download-Links. Und: Wenn eine Mail nicht ankommen sollte, erhält man eine Fehler-Meldung. Insofern kann man sich Anrufe mit der Nachfrage, ob eine Mail angekommen ist, sparen.

TREIBSTOFF: Welche Fehler machen Absender von Pressematerial immer wieder?

LUFT: Nicht wissen, wer man ist. Wer mich anruft und fragt, ob man a) bei Gala gelandet sei und ich b) etwas mit Mode zutun habe, wird es sehr schwer haben. Außerdem mag ich es nicht, wenn man ohne konkrete Idee angerufen wird. Den Satz „Können wir nicht mal was zusammen machen!?“ einfach im Vokabular streichen. Und: Presse-Infos nicht übertrieben positiv formulieren. Mir ist schon klar, dass die PR-Agentur die Produkte oder Marken gut findet, die sie mir „verkaufen“ will. Infos im „Sowas-hast-Du-noch-nie-gesehen“-Duktus wirken auf mich kontraproduktiv. Ich möchte schon selbst entscheiden, wann ich durchdrehe. Last but not least: Witzige PR-Post mit Konfetti, Lametta oder Kunstschnee befüllen ist sehr nervig – und nicht amüsant.

TREIBSTOFF: Wie möchten Sie angesprochen werden, wie nicht?

LUFT: Ach, ich bin schon froh, wenn man weiß, wie ich heiße und was ich mache.

 

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