Storytelling – Kunst oder Handwerk?

Oft wird davon gesprochen, es sei wahre Kunst, eine gute Geschichte zu erzählen. Doch ist es nicht eher die gekonnte Mischung aus den richtigen Komponenten, die eine gute Geschichte ausmacht? Für Storytelling brauchen Kommunikationsprofis vor allem eins: handwerkliches Geschick. Von Michael Grupe, Vorstand von Fink & Fuchs

Michael Grupe, Vorstand von Fink & Fuchs PR Storytelling
„Richtiges Timing, Emotionen und mobil denken: Beim Storytelling kommt es auf die richtige Mischung an. Michael Grupe, Vorstand von Fink & Fuchs AG.
  1. Das richtige Timing entscheidet über den Erfolg 

In unserer kurzlebigen Zeit entscheiden oft nur Sekunden darüber, ob ein Beitrag gelesen wird oder nicht. Das richtige Timing ist dabei ein wichtiger Faktor. Ein gutes Beispiel dafür sind saisonale Anlässe als Aufhänger für Stories. Eine Story zum Thema „Grillen“ macht eben erst ab der Jahreszeit Sinn, wenn der/die Leser/innen die Frühlingsgefühle entdecken.

Richtiges Timing heißt aber vor allem, aktuelle Ereignisse und das Zeitgeschehen im Blick zu haben. Viele haben prognostiziert, 2016 wird das Jahr der Virtual Reality. Diese Prognose schien sich auch zu bestätigen – bis im Sommer die Massenhysterie rund um Pokemon Go ausbrach. Vorher eher ein Randthema, ist Augmented Reality seitdem wieder in aller Munde und bescherte Microsoft mindestens genauso viel Aufmerksamkeit für die HoloLens wie zuvor die VR-Brillen verschiedener Anbieter.

  1. „What’s in for me?“ – den Zuhörer emotional abholen

Regelmäßig laden wir bei Fink & Fuchs zum Inspiration Jam ein. In der Veranstaltung geht es um Trends und neue Technologien, die unser Leben verändern. Doch wie kann ein emotionaler Zugang zu eher technischen Zukunftsthemen aussehen? Als wir den Jam für 2015 planten, war klar: Als Veranstaltungstag kommt nur der 21. Oktober 2015, der „Back to the Future Day“, in Frage. Denn das ist der Tag, an dem die Zeitreisenden Doc Brown und Marty McFly in dem Film „Zurück in die Zukunft 2“ in der Zukunft ankommen. Es gibt wohl nur wenige Menschen, die 30 Jahre und älter sind und gar keine Erinnerungen an diese Trilogie haben.

Inspiration Jam Fink und Fuchs Storytelling
Den Zuhörer emotional abholen mit Storytelling: Doc Brown und Marty McFly auf ihrer Reise in die Zukunft, gelandet auf dem Inspiration Jam 2015 von Fink & Fuchs. Foto: Oana Szekeley

 

Gepaart mit einem Reality-Check, welche der in dem Film von 1989 gezeigten Ideen heute Realität sind, war das ein hervorragender Aufhänger, um die Teilnehmer anzusprechen. Als emotionaler Anker vor Ort rundete der Auftritt zweier Kollegen, verkleidet als Marty McFly und Doc Brown, das Erlebnis ab. Die beiden hatten sich auf der Reise in die Zukunft auf den Inspiration Jam bei Fink & Fuchs „verirrt“. Sie waren Teil der Anmoderation und ein begehrtes Motiv für Erinnerungsfotos der Teilnehmer. Dieser Rahmen, gepaart mit spannenden Inhalten, machte den Inspiration Jam zu einer besonderen Veranstaltung, die vielen noch heute in Erinnerung ist.

  1. Das Smartphone löst das Märchenbuch ab

Die Entwicklung von Apps für Tablets und Smartphones hat die Art, wie wir Geschichten erzählen, weiter nachhaltig verändert. Der Hype um Youtuber als die neuen Influencer und die „Snapchattisierung unserer Kommunikation“ zeigen, wohin die Reise geht. So schön die Erinnerungen an die Märchenbücher unserer Kindheit sind, wer seine Enkel heute beeindrucken will, schickt ihnen das Märchen von „Frau Holle“ wohl eher als Snap-Story. Wenig Text, viele Bilder und Videos, die auf mobilen Endgeräten funktionieren – das ist die Basis für erfolgreiches „Visual Storytelling“. Wir arbeiten hierfür mit einem selbst entwickelten Tool, das wir zur Dokumentation von Veranstaltungen gleichermaßen benutzen, wie für die Aufbereitung von Themen oder die Erklärung komplexer Zusammenhänge. Ein Beispiel hierfür ist die Aufbereitung unseres Events Inspiration Jam 2015 .

  1. Ein Ausblick: Virtual und Augmented Reality machen den Zuhörer zum Akteur

Wohin geht die Reise im Storytelling? Neue Technologien wie Virtual und Augmented Reality werden in den kommenden Jahren die Art, wie wir Geschichten erzählen und erleben, nachhaltig verändern. Zuhörer werden vom „passiven Konsumenten“ zum aktiven Teil der Geschichte. Sie können mit holografischen Darstellungen interagieren oder werden als Protagonist im virtuellen Raum selbst zum Helden der Story. Für Unternehmen und Marken werden so völlig neue Möglichkeiten des Storytelling entstehen.

Der Beitrag erschien ursprünglich in gekürzter Version in unserem Whitepaper „Storytelling – Wie Unternehmen heute erfolgreich Geschichten erzählen“.

Inhalt des Whitepaper:

Storytelling Whitepaper
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